Sicherungskopie: Blu-ray / DVD in MKV (x264) umwandeln

Ich selbst bin kein Freund von optischen Medien undMATROSKA bin es auch des Öfteren leid die Scheiben immer wechseln zu müssen, da ich in der Regel meine Lieblingsfilme und Serien auf meinem PC schaue. Daher möchte ich euch heute eine Anleitung präsentieren mit der ihr eure Filme und Serien direkt in dem bekannten Container Format mkv abspeichern bzw. sichern könnt – zum Einsatz kommen hierbei nur kostenlose und frei verfügbare Programme. Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen das die Erstellung einer Sicherungskopie nur legal ist wenn man dabei keinen Kopierschutz umgeht.

Vorbereitung

Vorab ein kleiner Hinweis, dieser Artikel ist ausschließlich für Windows-Nutzer gedacht. Ein Artikel speziell für Linux folgt demnächst. Widmen wir uns erst einmal den benötigten Programmen. Ihr braucht:

Alle Programme sind für Windows verfügbar, ladet sie herunter und installiert sie. Das weitere Vorgehen wird in den nächsten Abschnitten chronologisch beschrieben.

MakeMKV

Der erste Schritt besteht darin die vorhanden InformationenMakeMKV in einen mkv Container zu kopieren ohne die Sound- oder Video-Informationen zu verändern. An dieser Stelle kommt das Tool MakeMKV zum Einsatz – achtet darauf das euch genug Speicherplatz zur Verfügung steht. Legt den Datenträger in euer DVD / Blu-Ray Laufwerk oder wählt alternativ über “Datei”->”Ordner öffnen” den lokalen Ordner, welcher die Mediendaten enthält. Das Programm analysiert daraufhin die vorhanden Titel und listet sie euch anschließend auf. Wählt an dieser Stelle nur den Film aus, welchen ihr an der Laufzeitinformation im rechten Fenster erkennen könnt – bei Serien natürlich jede Folge, nicht benötigt werden Menüs bzw. die Vorspänne der Menüs. Klappt ihr die ausgewählten Titel im Programm auf könnt ihr entscheiden, welche Tonspuren und Untertitel ihr mitnehmen möchtet. Zum Abschluss klicken wir “MakeMKV”.

MediaCoder

Mit Hilfe dieses Programmes werden wir nun unser VideoMediaCoder neu codieren. Öffnet dafür mit MediaCoder alle eure “title”-Dateien, so dass sie im Programm aufgelistet werden. Wechselt nun unten im Programm in den Reiter “Video” und wählt den Codec bzw. das Format “H.264” aus, die Optionen “Quelle” und “Encoder” sollten auf “Auto” stehen. Wichtig ist nun noch die Bitrate (“auto_bitrate” sollte auf “aus” stehen), welche für die Video-Qualität verantwortlich ist. Handelt es sich bei eurer Quelle um eine Blu-ray empfehle ich als Wert rund 7000, bei einer DVD reicht 1000 – wenn ihr mit der Video-Qualität oder Dateigröße nicht zufrieden seit müsst ihr mit diesem Wert experimentieren. Wechselt nun noch in die Reiter “Audio” und “Untertitel” (“renderer” auf “Disabled” setzen) und deaktiviert diese, da uns als Ausgabe die Videospur an dieser Stelle reicht. Zu guter Letzt solltet ihr noch prüfen ob unter “Container” als Container “Matroska” ausgewählt ist – anschließend könnt ihr oben auf den Start-Button drücken. Die Dauer des Vorgangs hängt von eurer CPU ab – die Datei sollte im selben Ordner wie die Quelldatei gespeichert werden. Beide werden im nächsten Schritt benötigt.

mkvtoolnix / mkvmerge

Nachdem MediaCoder seinen Job beendet hat sollten euchmkvmerge_mkvtoolnix nun zwei Dateien vorliegen “title01.mkv” sowie “title01_transcoded.mkv”. Ladet diese Dateien in mkvtoolnix / mkvmerge – in diesem Schritt werden wir nun die zwei Dateien ohne Neukodierung zusammenfügen und die ursprüngliche Video-Spur in “title01.mkv” verwerfen. Entfernt dazu im mittleren Fenster “Tracks, Kapital und Tags” den Haken bei der besagten Videospur (im Normalfall handelt es sich um V_MPEG2). Anschließend prüft bei allen Einträgen, ob bei “Standardtrack-Flag” und “Flag für erzwungene Anzeige” die Werte auf “nein” gesetzt sind, mit Ausnahme der Videospur und der Standardmäßig zu verwendeten Tonspur – hier sollte “Standardtrack-Flag” auf “Ja” gesetzt werden. Das “Standardtrack-Flag” besagt welche Video-, Ton- bzw. Untertitel-Spur bei der Videowiedergabe automatisch geladen / verwendet werden soll. Ihr könnt nun noch optional bei den Tracks den “Tracknamen” eintragen, sprich zum Beispiel bei dem Video-Track den Filmnamen. Sortiert nun noch die Untertitel bzw. Tonspuren mit den “hoch” und “runter”-Button nach euren persönlichen Geschmack und klickt dann auf “Muxen starten”. Startet anschließend das neu erzeugte Video um zu prüfen ob alles wie gewünscht (Dateigröße, Videoqualität, Tonspur, …) gewünscht vorliegt, bevor ist fortfahrt. Die alten Dateien “title01.mkv” und “title01_transcoded.mkv” werden im Weiteren nicht mehr benötigt.

mkclean

mkclean ist ein Kommandozeilen-Tool von Matroska, cmd_mkvcleanwelches für die Bereinigung und Optimierung von mkv-Containern gedacht ist. Hierbei werden unter anderem unbekannte Elemente, welche nicht von Matroska spezifiziert wurden entfernt (…). Klickt nun auf euer Windows-Symbol unten links und öffnet unter Programme im Zubehör-Ordner das Programm „Eingabeaufforderung“. Wechselt nun mittels “cd” in das Verzeichnis in dem sich die mkclean.exe befindet und verwendet nun für euer Video folgenden Befehl.

mkclean.exe --keep-cues --remux --doctype 2 --optimize C:\temp\title01_new.mkv C:\temp\film.mkv

Hierbei stellt “C:\temp\title01_new.mkv” das Quellvideo da, welches ihr im Abschnitt zuvor mit mkvtoolnix erstellt habt und “C:\temp\film.mkv” ist das neu Video, welches durch mkclean erstellt werden soll. Die verwendeten Parameter bedeuten folgendes:

  • “--keep-cues” Erhält die originalen Metadaten.
  • --remux” Die einzelnen Teile im mkv-Container werden noch einmal neu zusammengesetzt um mögliche Fehler zu beseitigen.
  • --doctype 2” Es wird dafür gesorgt, dass der mkv-Container valide ist, also dem durch Matroska definierten Standard entspricht.
  • --optimize” Es wird mit den gegebenen Möglichkeiten versucht Optimierungen durchzuführen.
mkvalidator

Kommen wir nun zum letzten Schritt. Mkvalidator ist,cmd_mkvalidator wie mkclean, ein Kommandozeilen-Tool und ebenso von Matroska. Mit diesem werden keine Änderungen mehr vorgenommen, sondern es wird schlicht und einfach nochmal alles auf Korrektheit überprüft. Das bedeutet, dass die zuletzt durch mkclean erzeugte Datei das Endergebnis darstellt. Startet nun wie schon zuvor “cmd” und wechselt wieder in den Ordner des Tools. Diesmal lautet der Befehl:

mkvalidator.exe --details C:\temp\film.mkv

Eure Ausgabe sollte dabei wie folgt aussehen, wichtig hierbei ist in erster Linie der fett markierte Text “the file appears to be valid” – auf Deutsch “Die Datei scheint gültig zu sein”.

mkvalidator 0.3.2: the file appears to be valid
Track #1    V_MPEG4/ISO/AVC 976436 bits/s
Track #2              A_AC3 192017 bits/s
Track #3              A_AC3 192017 bits/s
Track #4           S_VOBSUB 2698 bits/s
        file created with libebml2 v0.20.1 + libmatroska2 v0.20.2 / mkclean 0.7.3 ro from libebml v0.7.7 + libmatroska v0.8.1 + mkvmerge v2.7.0 (‚Do It Again‘)
built on Jul  2 2010 15:54:17

Abschluss

Ich hoffe das ich euch, wie immer, mit diesem Tutorial weiterhelfen konnte. Solltet ihr Fehler oder Unklarheiten im Artikel findet würde ich mich über einen Kommentar oder eine Mail an TimoATnicht-blau.de freuen – ich freu mich natürlich auch über eine einfaches Dankeschön.

8 Antworten

  1. Veröffentlicht am 26. Oktober 2011 um 10:40 | Permalink

    Wow, danke für diese Superaleitung, hat alles (wenn man es Step by Step durchführt) wunderbar Funktioniert

  2. Hallo
    Veröffentlicht am 21. November 2012 um 22:08 | Permalink

    Hey,
    du solltest vieleicht noch schreiben das man das Video nicht neu codieren muss wenn es bereits in h.264 ist (bei neuen Blu-rays).Ansonsten eine echt klasse Anleitung!
    Danke

  3. TC
    Veröffentlicht am 1. Dezember 2012 um 16:21 | Permalink

    Super gescchrieben, danke.
    Aber für mich, als aboluter Neuling: Warum sollte ich die Datei, welche mit makemkv erstellt wurde, neu kodieren? Ich versteh den Sinn dahinter nicht…
    Wäre super, wenn ich ein Antwort bekommen würde.

    Vielen Dank

  4. syber
    Veröffentlicht am 9. Dezember 2012 um 10:46 | Permalink

    Super Vielen Dank….Ich hatte schon Graue Haare,
    Aber so funzt es

  5. @TC
    Veröffentlicht am 23. Dezember 2012 um 20:25 | Permalink

    @TC: Damit sie kleiner wird, die Datei.

  6. AMCooper
    Veröffentlicht am 11. Februar 2013 um 13:20 | Permalink

    Hi, kann ich auch bestehende MKVs neu erstellen/codieren? Der Hintergrund ist, dass wenn ich auf meinem Philips MKV abspielen möcht, er von 20 MKV nur 4 abspielt.
    Ich möchte halt versuchen die MKVs auf einen neueren stand zu bringen, in der Hoffnung, dass mein Philps TV dann die MKVs abspielt.

  7. Mike
    Veröffentlicht am 9. Dezember 2013 um 20:25 | Permalink

    Hallo,

    sehr schöne Anleitung, nach sowas habe ich gesucht! Bei mir wird nur keine …transcoded.mkv erzeugt, stattdessen wird mir nur die fertige mkv Datei (Video+Sound) von MediaCoder erzeugt. Habe ich hier was falsch gemacht oder woran könnte das liegen?

  8. Chris
    Veröffentlicht am 16. März 2014 um 17:52 | Permalink

    Wirklich klasse – Ich bin Anfänger – Verstehe nicht wirklich wöfür ich das alles brauche ( ausser ev. clean)

    MakeMkv macht ist doch ein AIO Tool – Haken rein / raus – Auf die Plätze fertig Los – Fertig

    Wo ist mein Fehler – Was übersehe ich —?

2 Trackbacks

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