Blu-rays unter Linux abspielen und rippen

tux_blu-ray_LogoFür Linux gibt es keinen offiziellen Blu-ray Player, wer dennoch Blu-rays unter Linux anschauen will, muss sich eines Tricks bedienen. Die Software MakeMKV kann zur Zeit alle Blu-rays und DVDs konvertieren und streamen. Wenn man einen Film mit relativ wenig Aufwand ansehen will, dann bietet sich die Streamingmethode an. Das Blu-ray Laufwerk muss nicht im gleichen PC sein, es ist möglich über das Netzwerk zu streamen. Falls ihr unter Windows eine Sicherungskopie eures Films anfertigen wollt, findet ihr hier eine Anleitung.

Vorwort

In Deutschland ist die Umgehung eines Kopierschutzes untersagt, deshalb darf man dieses Tutorial nur auf Blu-rays ohne Kopierschutz anwenden. Folgende Programme werden benötigt:

MakeMKV installieren

makemkvHier findet ihr immer die aktuellen Versionen von MakeMKV, ihr benötigt sowohl das oss als auch das bin Paket. Die Abhängigkeiten glibc, openssl-0.9.8, zlib und qt4 solltet ihr vorher mit dem Paketmanager eurer Distribution installieren. Anschließend entpackt ihr die zwei Archive und führt zuerst im oss und dann im bin Ordner folgende Befehle aus:

$ make -f makefile.linux
# make -f makefile.linux install

Falls ihr Version 1.6.4 benutzt, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass ihr im oss Verzeichnis die Datei “makefile.linux” bearbeiten müsst, ansonsten sind die Pfade von QtDBus nicht richtig zugewiesen und das Paket lässt sich nicht kompilieren. Die Zeile:

-lpthread -lz -lrt

muss in folgende Zeile geändert werden:

-lQtDBus -lpthread -lz –lrt

Jetzt könnt ihr das Programm mit dem Befehl “makemkv” als Benutzer in der Konsole starten.

Blu-rays abspielen

makemkv2In MakeMKV wählt ihr unter “Source” das richtige Laufwerk aus und öffnet die Disk. Nun wird das Medium eingelesen, sobald es eingelesen ist klickt ihr den Button “Stream”.

Falls ihr keine graphische Oberfläche habt oder euch nicht durch die GUI klicken wollt, könnt mit folgendem Kommando per Konsole das Streaming starten:

$ makemkvcon stream disc:0

Wobei “disc:0” eventuell mit der richtigen Laufwerksnummer angepasst werden muss.

Unter https://localhost:51000 oder unter der IP Adresse, die MakeMKV anzeigt, könnt ihr mit eurem Browser die verschiedenen Streams raussuchen. Im Mediaplayer eurer Wahl die Adresse https://localhost:51000/stream/title0.vob für DVDs oder https://localhost:51000/stream/title0.ts für Blu-rays öffnen.

Blu-rays rippen

MakeMKV

makemkv1Wie beim streamen wählt man in MakeMKV unter “Source sein Laufwerk und öffnet es. Links ist ein Auswahlmenü, in dem man die Tonspuren, Untertitel, Menüs und sonstige Extras auswählen kann, die man mitnehmen will. Wenn ihr alles richtig eingestellt habt, dann klickt auf “Make MKV”. MakeMKV erstellt aus jedem Titel einen separaten MKV Container.

MKVToolnix

mkvmergeUm die Files zusammenzufügen installiert ihr MKVToolnix. Öffnet mkvmerge entweder über das Menü oder mit dem Befehl “mmg”. Fügt alle Files hinzu, die ihr mergen wollt. Im Prinzip kann man die Standardeinstellungen behalten, jedoch würde ich die “Flag für erzwungene Anzeige” bei allen Tracks auf “nein” setzen. Sobald alles richtig eingestellt ist, drückt ihr “Muxen starten”.

mkclean und mkvalidator

Um den MKV Container von unnötigem Ballast und Fehlern zu bereinigen führt ihr

$ mkclean --keep-cues --remux --doctype 2 --optimize quellfilm.mkv zielfilm.mkv

aus. Den MKV Container könnt ihr mit

$ mkvalidator --details zielfilm.mkv

validieren. In dem Artikel “Sicherungskopie: Blu-ray / DVD in MKV (x264) umwandeln” werden die beiden Befehle und Programme näher erläutert.

Eine Antwort

  1. Fred
    Veröffentlicht am 5. Januar 2015 um 15:46 | Permalink

    Interressant wäre ie Info gewesen, das MakeMKV nicht kostenlos sondern nach einer 30Tage Testphase schlappe 50€ Kostet